Software & Collaboration
Gitea & Forgejo
Gitea ist eine leichtgewichtige Git-Forge in Go (ein einziges Binary); Forgejo ist ihr quelloffener, community-getragener Hard-Fork unter dem Dach des Codeberg e.V.
- Leichtgewichtige Git-Forge (Go)
- Ein Binary, ressourcenarm
- Issues, PRs, Wiki, Packages
- Gitea Actions (CI/CD)
- Gitea MIT / Forgejo GPLv3+
Gitea ist eine bewusst schlanke Git-Forge: in Go geschrieben, als ein einziges Binary ausgeliefert und so genügsam, dass sie selbst auf einem Kleinst-Server läuft. Forgejo ist ihr Hard-Fork unter dem Dach des gemeinnützigen Codeberg e.V. Beide bieten Git-Hosting mit Issues, Pull Requests, Wiki, Releases und Paket-Registry.
Dieser Artikel erklärt den leichtgewichtigen Charakter von Gitea, die eingebaute CI/CD über Gitea Actions, die Authentifizierung, die Entstehung und Governance des Forgejo-Forks samt Lizenzwechsel, die Föderationspläne sowie die Abgrenzung zu einer Vollplattform wie GitLab.
1. Leichtgewichtig per Design
Der prägende Unterschied zu schwergewichtigen Plattformen ist die Genügsamkeit: Gitea läuft als ein einziges Binary ohne Application-Server-Stack und kommt mit sehr wenig Arbeitsspeicher aus, ein kleiner Server oder sogar ein Einplatinenrechner genügt für moderate Lasten. Als Datenbank reicht SQLite für den Einzelbetrieb; für Teams empfiehlt sich PostgreSQL. Funktional sind Repositories, Issues, Pull Requests, Wiki, Releases und eine Paket-Registry für viele Formate an Bord.
2. CI/CD: Gitea Actions
Mit Gitea Actions (und entsprechend Forgejo Actions) bringt die Forge eine CI/CD-Pipeline mit, deren Workflow-Syntax weitgehend zu GitHub Actions kompatibel ist. Die Jobs führt ein separater Runner aus. Damit deckt eine schlanke Forge einen guten Teil der Automatisierung ab, ohne dass ein externes CI-System nötig wird.
3. Anmeldung
Für die Anbindung an bestehende Identitäten bieten beide in der freien Version LDAP, OAuth2/OpenID Connect und Zwei-Faktor-Authentifizierung (TOTP sowie Hardware-Schlüssel nach WebAuthn/FIDO2). Eine Besonderheit: SAML ist bei Gitea ausschließlich in der kostenpflichtigen Gitea-Enterprise-Variante enthalten, nicht in der freien Community-Version.
4. Gitea und Forgejo: der Fork
Beide teilen eine gemeinsame Wurzel, haben sich aber organisatorisch getrennt. Hintergrund: 2022 gründeten Maintainer die kommerzielle Gitea Ltd. und übernahmen Marke und Domains; Teile der Community gründeten daraufhin den Fork Forgejo als eigenständiges Community-Projekt, dessen Domains der gemeinnützige Codeberg e.V. hält. Seit Anfang 2024 ist Forgejo ein eigenständiger Hard-Fork mit zunehmend abweichendem Funktionsstand. Beide sind quelloffen; Gitea verfolgt mit „Gitea Enterprise“ ein Open-Core-Modell (kostenpflichtige Zusatzfunktionen), Forgejo ist community-getragen.
Lizenzwechsel bei Forgejo
Forgejo war zunächst wie Gitea MIT-lizenziert. Den Lizenzwechsel kündigte das Projekt im August 2024 an, umgesetzt wurde er mit Version 9.0 im Oktober 2024 (GPLv3-or-later). Für den reinen Eigenbetrieb ändert das wenig; wer Forgejo modifiziert und weitergibt, muss den Quellcode unter GPLv3+ offenlegen.
5. Föderation als Forgejo-Differenzierung
Forgejo arbeitet an der Forge-Föderation auf Basis von ForgeFed (einer ActivityPub-Erweiterung), mit dem Ziel, Repositories, Issues und Identitäten über Instanzgrenzen hinweg zu verbinden, ähnlich dem Fediverse. Das ist bislang ausdrücklich experimentell und noch nicht für den Produktivbetrieb gedacht. Die prominenteste öffentliche Forgejo-Instanz ist Codeberg.org.
6. Abgrenzung zu GitLab
Gitea und Forgejo besetzen bewusst die leichtgewichtige Nische: Git-Hosting mit dem Wichtigsten, sparsam und schnell aufgesetzt. GitLab (eigener Artikel) ist die integrierte Vollplattform mit tiefer DevOps-Kette und Security-Suite, dafür deutlich ressourcen- und betriebsintensiver. Die Wahl folgt dem Anspruch, nicht der Mode: schlanke Forge gegenüber umfassender Plattform.
7. Stärken und Grenzen
| Stärken | Grenzen |
|---|---|
| Sehr ressourcenarm, ein Binary, schnell aufgesetzt | weniger integrierte DevOps-Tiefe als GitLab |
| Issues, PRs, Wiki, Paket-Registry, Gitea Actions | kein integriertes Security-Scanning-Dashboard |
| LDAP/OIDC und 2FA in der freien Version | SAML nur in der kostenpflichtigen Gitea-Enterprise-Variante |
| Forgejo: gemeinnützige Governance, GPLv3+ | Gitea und Forgejo driften zunehmend auseinander |
| Self-Hosting, volle Datenhoheit | Forgejo-Föderation noch experimentell |
Häufige Fragen zu Gitea & Forgejo
Forgejo ist ein Hard-Fork von Gitea. Auslöser war 2022 die Gründung der kommerziellen Gitea Ltd., die Marke und Domains übernahm; Teile der Community gründeten daraufhin Forgejo als eigenständiges Community-Projekt, dessen Domains der gemeinnützige Codeberg e.V. hält. Technisch teilen sie eine Wurzel, divergieren aber zunehmend. Lizenzrechtlich ist Gitea MIT (mit kostenpflichtiger Enterprise-Variante), Forgejo seit Version 9.0 GPLv3-or-later und community-getragen.
Wenn eine schlanke, ressourcenarme Git-Forge genügt: Repository-Hosting, Issues, Pull Requests, Wiki, Paket-Registry und einfache CI/CD über Gitea/Forgejo Actions, betreibbar als einzelnes Binary auf kleiner Hardware. GitLab lohnt sich, wenn man die integrierte DevOps-Tiefe (umfangreiche Pipelines, Security-Suite, Container-Registry im Verbund) wirklich braucht und den höheren Ressourcen- und Betriebsaufwand tragen will.
Auch der Autor ist nur ein Mensch, dem Fehler unterlaufen können. Wenn in diesem Beitrag etwas nicht stimmt oder unklar ist, freuen wir uns über einen kurzen Hinweis über das Kontaktformular unten, wir prüfen und korrigieren das.
Der nächste Schritt
Gitea & Forgejo im eigenen Haus richtig einsetzen?
Wir klären, ob und wie der Baustein zu Ihrer Infrastruktur passt, und sagen offen, wann sich der Aufwand lohnt und wann nicht.