Virtualisierung
OKD
OKD ist die quelloffene Community-Distribution, aus der Red Hat OpenShift gebaut wird, mit weitgehend gleichem Funktionsumfang, aber ohne kommerziellen Support.
- Offener OpenShift-Upstream
- Gleiche Werkzeuge wie OpenShift
- Operators, Routes, SCC, oc-CLI
- CentOS Stream CoreOS
- Community-Support, keine SLA
OKD ist die quelloffene Community-Distribution von Kubernetes, aus der Red Hat seine OpenShift Container Platform baut. Das Verhältnis entspricht dem von CentOS Stream zu RHEL: dieselbe Architektur und dieselben Werkzeuge, aber ohne kommerziellen Support, ohne Subscription und ohne die Zertifizierungen des Produkts.
Dieser Artikel ordnet OKD im Verhältnis zu OpenShift und Kubernetes ein, erklärt die technische Basis und den Wechsel des Knoten-Betriebssystems, benennt offen, was gegenüber OpenShift fehlt, und nennt die typischen Einsatzfälle samt der Risiken.
1. Der offene Upstream von OpenShift
OKD (ursprünglich „OpenShift Origin“, seit 2018 OKD) ist kein abgespecktes OpenShift, sondern dessen Quelle: Red Hat baut die kommerzielle Plattform aus diesem Community-Projekt. Es enthält dieselbe Architektur, denselben Installer und dieselben Oberflächen. Wer OKD beherrscht, beherrscht OpenShift, das Wissen ist direkt übertragbar.
2. Technische Basis und ein ehrlicher Rückblick
Als unveränderliches Knoten-Betriebssystem nutzte OKD zunächst Fedora CoreOS, seit Version 4.16 (Ende 2024) CentOS Stream CoreOS (SCOS). Hintergrund des Wechsels ist auch eine ehrlich zu benennende Episode: 2023 stellte sich heraus, dass versehentlich lizenzpflichtige RHEL-Inhalte in OKD-Releases gelangt waren, woraufhin der Release-Betrieb über weite Teile des Jahres 2024 ruhte. Mit der Umstellung auf CentOS Stream als saubere, lizenzfreie Basis läuft OKD seit Ende 2024 wieder regulär.
Was das für die Bewertung heißt
Die Release-Pause hat gezeigt, dass OKD von internen Entscheidungen bei Red Hat abhängt. Das ist für Labor und Test unkritisch, gehört bei einem produktiven Einsatz aber bewusst in die Risikobetrachtung.
3. Aufbau und Installation
Installiert wird OKD wie OpenShift wahlweise als IPI (Installer Provisioned Infrastructure, weitgehend automatisiert) oder UPI (User Provisioned, eigene Infrastruktur), auf Bare Metal, vSphere oder bei Cloud-Anbietern. Den Anwendungs- und Plattform-Lebenszyklus steuert der Operator Lifecycle Manager (OLM) über OperatorHub und Subscriptions; persistenter Speicher kommt über CSI-Treiber, hyperkonvergent etwa über den Rook-/Ceph-Operator. Eingehenden Verkehr terminiert der Ingress-Operator (HAProxy) samt der OpenShift-eigenen Route-Ressource. Für virtuelle Maschinen lässt sich KubeVirt als OKD Virtualization über OLM nachrüsten.
4. Was OKD bietet und was fehlt
Funktional ist OKD weitgehend deckungsgleich mit OpenShift: Operator Lifecycle Manager, Routes, Security Context Constraints, die oc-CLI, die Web-Console, integrierte Registry und Monitoring sind vorhanden. Was fehlt, ist alles, was Red Hat als Produkt ausmacht:
- Kein kommerzieller Support, keine SLA nur Community-Kanäle (Slack, Matrix, Working Group).
- Kein RHEL CoreOS stattdessen Fedora bzw. CentOS Stream CoreOS.
- Kein Zugriff auf zertifizierte Red-Hat-Operator-Kataloge und Red-Hat-Pull-Secrets dürfen laut Nutzungsbedingungen nicht verwendet werden.
- Keine ISV-Zertifizierungen wie sie OpenShift für viele Drittprodukte mitbringt.
5. Einsatzfälle
OKD ist die richtige Wahl für Labor- und Lernumgebungen, für Tests vor einer OpenShift-Einführung und für kostenbewusste Eigenbetreiber, die ohne Support auskommen und das nötige Know-how mitbringen. Für regulierte Produktivumgebungen mit Support-, Compliance- und Zertifizierungsanforderungen positioniert auch Red Hat OpenShift, nicht OKD.
6. Stärken und Grenzen
| Stärken | Grenzen |
|---|---|
| Kostenfreier Zugang zur kompletten OpenShift-Architektur | kein kommerzieller Support, keine SLA |
| Gleiche Werkzeuge wie OpenShift, Wissen direkt übertragbar | Release-Kontinuität war 2023/24 unterbrochen |
| Offene Lizenz (Apache 2.0), offene Governance | keine zertifizierten Operatoren, Red-Hat-Pull-Secrets verboten |
| Ideal für Labor, Test und kostenbewussten Eigenbetrieb | abhängig von Red-Hat-internen Build-Entscheidungen |
| Aktiv weiterentwickelt entlang der OpenShift-Versionen | für regulierte Produktion ist OpenShift die gesetzte Wahl |
Häufige Fragen zu OKD
Funktional weitgehend ja, rechtlich und betrieblich nein. OKD ist der offene Upstream mit denselben Werkzeugen, aber ohne Herstellersupport, ohne SLA, ohne RHEL CoreOS und ohne zertifizierte Operatoren. Es eignet sich für Labor, Test und kostenbewussten Eigenbetrieb; für supportpflichtige Produktion ist OpenShift gesetzt.
Technisch ja, aber ohne Support und SLA trägt man die Verantwortung selbst. Hinzu kommt, dass die Release-Kontinuität von OKD schon einmal über Monate unterbrochen war. Für regulierte oder geschäftskritische Umgebungen ist OpenShift mit Wartungsvertrag die sicherere Wahl; OKD ist für Labor, Test und bewusst eigenverantwortlichen Betrieb gedacht.
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