Betrieb & Monitoring

opsi

opsi ist ein quelloffenes Client-Management-System für Windows, Linux und macOS: Software-Verteilung, automatische OS-Installation, Patches und Inventar.

  • AGPL-Kern, Hersteller aus DE
  • Software-Verteilung & OS-Deployment
  • Windows, Linux, macOS
  • Patch-Management, Inventar
  • WAN/VPN für Filialen
Von Andreas Huser, Technische Beratung & Architektur Aktualisiert am 10 Min. Lesezeit

opsi (open pc server integration) ist ein quelloffenes Client-Management-System des Mainzer Herstellers uib. Vom zentralen Linux-Server aus verteilt es Software, installiert Betriebssysteme automatisch, hält Patches aktuell und inventarisiert die Clients, für Windows, Linux und macOS.

Dieser Artikel erklärt die Architektur (Config- und Depot-Server, Client-Agent), die automatische OS-Installation, Software-Verteilung und Inventarisierung, das Lizenzmodell mit kostenlosem Kern und die Abgrenzung zu SCCM/Intune, Ansible und Foreman.

1. Architektur

opsi läuft auf einem zentralen Config-Server (Linux), der Konfiguration und Statusdaten verwaltet; Depot-Server verteilen die Dateien für Software und Betriebssysteme, etwa pro Standort. Auf jedem Client läuft der opsi-client-agent (opsiclientd), der ausstehende Aktionen abfragt und ausführt. Verwaltet wird über die Java-Anwendung opsi-configed und eine stabile Web-GUI; als Backend dient seit opsi 4.3 verpflichtend und kostenlos MySQL/MariaDB.

2. OS-Installation und Software-Verteilung

opsi installiert Betriebssysteme vollautomatisch über Netboot/PXE: Der Client bootet ein Linux-Image, das die unbeaufsichtigte Windows- oder Linux-Installation (per unattend.xml beziehungsweise Preseed) durchführt, inklusive Treiberintegration aus dem Inventar. Software kommt als opsi-Paket (.opsi), gesteuert über die eigene Skriptsprache opsi-script und über Produktabhängigkeiten, die die Installationsreihenfolge regeln.

opsis Stärke ist die durchgängige Kette: vom nackten Blech über die automatische OS-Installation bis zur dauerhaften Software- und Patch-Pflege, alles aus einer Hand und herstellerübergreifend.

3. Patch-Management und Inventarisierung

Das Standardprodukt opsi-auto-update hält installierte opsi-Produkte aktuell, indem es veraltete Pakete erkennt und neu ausrollt. Zur Inventarisierung erfassen die Produkte hwaudit (Hardware) und swaudit (installierte Software) die Clients und melden die Daten an den Server, die Grundlage für Lizenzmanagement und Überblick über den Bestand.

4. Lizenzmodell und Filialanbindung

Der opsi-Kern ist quelloffen (AGPLv3) und ohne Per-Client-Kosten nutzbar; eine kostenlose Basic-Lizenz gibt fast alle Erweiterungen für bis zu 30 Clients frei. Ab 31 Clients wird eine Lizenz fällig. Drei Erweiterungen bleiben dauerhaft kostenpflichtig und sind auch in der Basic-Lizenz nicht enthalten: die WAN/VPN-Erweiterung (versorgt Clients an langsamen Leitungen über lokales Caching, erst im Hintergrund laden, dann beim Neustart installieren), der macOS-Agent und die Skalierung.

Kern kostenlos, Erweiterungen prüfen

Der opsi-Server und das Client-Management sind ohne Lizenzkosten nutzbar. Funktionen wie WAN/VPN für Filialen, der macOS-Agent oder erweiterte Skalierung sind kostenpflichtige Editionen, das gehört vor dem Rollout in die Planung.

5. Abgrenzung

Gegenüber SCCM/Intune ist opsi quelloffen, On-Premises und ohne Per-Client-Lizenz für den Kern, zudem von Haus aus herstellerübergreifend (Windows, Linux, macOS). Gegenüber Ansible (Server-Automatisierung, agentless) und Foreman (Server-Lifecycle/Provisioning) ist opsi spezialisiert auf das Management von Arbeitsplatz-Clients, mit OS-Deployment, Software-Kiosk und Inventar.

6. Stärken und Grenzen

StärkenGrenzen
Quelloffener Kern ohne Per-Client-Kosten, deutscher HerstellerEinzelne Erweiterungen (WAN/VPN, macOS) kostenpflichtig
OS-Deployment, Software-Verteilung, Patch und Inventar aus einer HandEigene Skriptsprache (opsi-script) erfordert Einarbeitung
Herstellerübergreifend (Windows/Linux/macOS), Filial-tauglich (WAN/VPN)Auf Client-Management fokussiert, kein Server-Provisioning wie Foreman

Häufige Fragen zu opsi

Der Kern (Server und Client-Management) ist quelloffen unter AGPLv3 und ohne Per-Client-Lizenz nutzbar; eine kostenlose Basic-Lizenz gibt fast alle Erweiterungen bis 30 Clients frei. Ab 31 Clients ist eine Lizenz nötig, und WAN/VPN, der macOS-Agent sowie die Skalierung bleiben dauerhaft kostenpflichtig (auch in der Basic-Lizenz nicht enthalten).

Ja. Über Netboot/PXE bootet der Client ein Linux-Image, das eine unbeaufsichtigte Windows- oder Linux-Installation durchführt, inklusive Treiberintegration. Seit opsi 4.3 sind UEFI und Secure Boot ohne Zusatzlizenz unterstützt.

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