Netzwerk & WAN
WLAN (Wi-Fi)
WLAN (Wi-Fi) ist drahtloses lokales Netz nach IEEE 802.11; aktuelle Generationen sind Wi-Fi 6/6E und Wi-Fi 7 mit 2,4-, 5- und 6-GHz-Bändern.
- IEEE 802.11, Wi-Fi 6/6E/7
- 2,4 / 5 / 6 GHz
- WPA3, 802.1X, OWE
- Roaming 802.11k/v/r
- Controller- oder Cloud-gemanagt
WLAN (Wireless LAN, vermarktet als Wi-Fi) ist drahtlose lokale Vernetzung nach der Standardfamilie IEEE 802.11. Die aktuellen Generationen Wi-Fi 6/6E und Wi-Fi 7 bringen höhere Datenraten, mehr parallele Clients und mit dem 6-GHz-Band zusätzliches Spektrum.
Dieser Artikel erklärt die Wi-Fi-Generationen und Bänder, Controller- und Cloud-Architekturen, schnelles Roaming, die Sicherheitsverfahren WPA3, 802.1X und OWE sowie die häufigsten Planungsfehler im Enterprise-WLAN.
1. Generationen und Bänder
Wi-Fi 6 (802.11ax) bringt mit OFDMA und verbessertem MU-MIMO vor allem Effizienz bei vielen gleichzeitigen Clients; Wi-Fi 6E öffnet das 6-GHz-Band. Wi-Fi 7 (802.11be, seit 2024 zertifiziert) ergänzt 320-MHz-Kanäle, 4K-QAM und Multi-Link Operation (gleichzeitige Nutzung mehrerer Bänder). Das 2,4-GHz-Band bietet in Europa nur drei überlappungsfreie Kanäle (1, 6, 11); Durchsatz holt man aus 5 und 6 GHz.
2. Architektur: Controller, Cloud oder verteilt
Klassisch steuert ein dedizierter WLAN-Controller die Access Points zentral (RF-Management, Roaming, Policies), was bei sehr großen Installationen skaliert. Cloud-gemanagte Lösungen verlagern die Steuerung in ein Webportal, während der Datenverkehr lokal bleibt. Verteilte (controllerlose) Ansätze verteilen die Controllerfunktion auf die APs selbst oder eine selbstgehostete Software, sinnvoll für kleine und mittlere Umgebungen.
3. Roaming
Damit Clients beim Wechsel zwischen Access Points nicht abreißen, kombiniert man drei Standards: 802.11k liefert dem Client eine Nachbarliste, 802.11v erlaubt dem Netz, Clients aktiv zu einem besseren AP zu lenken, und 802.11r (Fast BSS Transition) verkürzt den Sicherheits-Handshake beim Wechsel, entscheidend für Sprach- und Videoanwendungen.
4. Sicherheit: WPA3, 802.1X, OWE
WPA3-Personal ersetzt den angreifbaren WPA2-Handshake durch SAE (Dragonfly): Das Passwort wird nie übertragen, und mitgeschnittene Handshakes lassen sich nicht mehr offline knacken. WPA3-Enterprise baut auf 802.1X/RADIUS auf, idealerweise mit zertifikatsbasiertem EAP-TLS. Für offene Netze verschlüsselt OWE (Enhanced Open) den Verkehr ohne Passwort, ersetzt aber keine Authentifizierung.
Kapazität schlägt Abdeckung
Häufigster Planungsfehler ist die Auslegung nur auf Funkabdeckung. In dichten Umgebungen (Büros, Hallen) ist die Luftschnittstellen-Kapazität der Engpass: lieber mehr APs mit geringerer Sendeleistung und kürzeren Funkzellen als wenige starke Sender. Und der Uplink sollte mitwachsen: Wi-Fi 7 profitiert von 2,5G/10G-Ports.
5. Stärken und Grenzen
| Stärken | Grenzen |
|---|---|
| Mobilität und schnelle Anbindung ohne Verkabelung | Geteiltes Medium; Kapazität sinkt mit Clientzahl und Störern |
| Wi-Fi 6/7 mit hoher Effizienz und 6-GHz-Spektrum | 2,4 GHz nur drei überlappungsfreie Kanäle; sorgfältige Planung nötig |
| WPA3 und 802.1X bieten starke Authentifizierung | Funkausbreitung von Bau und Umgebung abhängig; Site Survey empfohlen |
Häufige Fragen zu WLAN (Wi-Fi)
Für hohe Dichte und durchsatzstarke Anwendungen ja, sofern Endgeräte, 6-GHz-Spektrum und vor allem die verkabelten Uplinks (2,5G/10G) mitspielen. An einem 1-Gbit/s-Port verschenkt ein Wi-Fi-7-AP seinen Vorteil.
Personal (SAE) ist der passwortbasierte Modus für kleine Umgebungen. Enterprise nutzt 802.1X/RADIUS mit individuellen Identitäten, idealerweise EAP-TLS, und ist für Unternehmen die robustere Wahl, weil Zugänge zentral und pro Nutzer verwaltet werden.
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