Backup & Restore

Kopia

Kopia ist ein modernes, quelloffenes, plattformübergreifendes Backup-Tool mit clientseitiger Verschlüsselung, Deduplizierung und vielen Speicher-Backends bis S3.

  • Apache-2.0, in Go
  • Clientseitige Verschlüsselung
  • Inhaltsbasierte Deduplizierung
  • viele Backends (S3, B2, Azure …)
  • CLI + GUI (KopiaUI)
Von Andreas Huser, Technische Beratung & Architektur Aktualisiert am 8 Min. Lesezeit

Kopia ist ein modernes, quelloffenes Backup-Tool (in Go, für Windows, macOS und Linux). Es sichert Dateien clientseitig verschlüsselt und inhaltsbasiert dedupliziert in ein Repository, das auf nahezu beliebigem Speicher liegen kann, von lokal über SFTP bis zu S3-kompatiblem Objektspeicher.

Dieser Artikel erklärt Verschlüsselung und Deduplizierung, die Repository-Backends, Retention-Policies und Immutability, den Repository-Server-Modus samt GUI sowie die Abgrenzung zu Restic und BorgBackup.

1. Verschlüsselung und Deduplizierung

Kopia verschlüsselt alle Daten vor dem Upload auf dem Client (AES-256 oder ChaCha20); der Speicheranbieter sieht ausschließlich verschlüsselte Blöcke. Zugleich zerlegt es Dateien in Chunks und adressiert jeden über seinen Hash (inhaltsadressierte Deduplizierung): Identische Inhalte werden nur einmal gespeichert, auch über verschiedene Dateien, Nutzer und Maschinen im selben Repository hinweg. Mehrere Kompressionsverfahren sind verfügbar.

Kopia verbindet zwei Dinge, die rsnapshot fehlen: Der Speicher sieht nie Klartext, und gleiche Inhalte kosten nur einmal Platz, unabhängig davon, wo sie auftauchen.

2. Backends und Policies

Als Ziel unterstützt Kopia S3-kompatible Dienste, Backblaze B2, Azure Blob, Google Cloud Storage, WebDAV, SFTP, Rclone-Ziele sowie lokalen und Netzwerkspeicher. Retention-Policies lassen sich auf mehreren Ebenen (global, Nutzer, Host, Pfad) definieren, samt Backup-Frequenz, Ausschlüssen und Aufbewahrung. Über den Repository-Server-Modus bedient eine zentrale Instanz mehrere Clients.

3. Immutability gegen Ransomware

Über S3 Object Lock (Compliance-Modus) kann Kopia Objekte bis zum Ablauf einer Aufbewahrungsfrist unveränderlich machen, ein Löschen ist dann selbst mit Administratorrechten nicht möglich. Damit wird Ransomware-Resistenz auf der Speicherebene umgesetzt. Die Immutability kommt vom Objektspeicher, nicht von Kopia selbst, und sollte sorgfältig konfiguriert werden.

4. GUI und Abgrenzung

Kopia bringt neben der CLI eine vom Kernteam gepflegte Desktop-GUI (KopiaUI) und eine Web-Oberfläche mit. In derselben Kategorie liegen Restic (breit integriert, ohne offizielle GUI) und BorgBackup (stark bei lokalem/SFTP-Speicher, S3 nur über Zusatzwerkzeuge). Alle drei nutzen echte inhaltsadressierte Deduplizierung und unterscheiden sich damit grundlegend von hardlink-basierten Ansätzen wie rsnapshot.

5. Stärken und Grenzen

StärkenGrenzen
Clientseitige Verschlüsselung und inhaltsbasierte DeduplizierungRepository-Konzept weniger transparent als browsebare Ordner
Breite Backend-Unterstützung (S3, B2, Azure, GCS, SFTP …)Object-Lock-Immutability muss korrekt am Speicher konfiguriert werden
Gepflegte GUI (KopiaUI), Repository-Server-Modus, Apache-2.0Konkurrenz (Restic/Borg) je nach Backend/Workflow teils im Vorteil

Häufige Fragen zu Kopia

Alle drei bieten verschlüsselte, deduplizierte Backups. Kopia punktet mit breiter Cloud-/S3-Unterstützung, gepflegter GUI und Repository-Server-Modus. Restic ist breit integriert, BorgBackup stark bei lokalem/SFTP-Speicher. Die Wahl hängt von Ziel-Backend, GUI-Bedarf und Betriebsmodell ab.

Es kann dazu beitragen: Über S3 Object Lock lassen sich Backups für eine Aufbewahrungsfrist unveränderlich machen, sodass sie auch mit kompromittierten Zugangsdaten nicht gelöscht werden können. Die Unveränderlichkeit kommt vom Objektspeicher und muss sauber konfiguriert sein.

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