Backup & Restore
rsync & rsnapshot
rsync ist das Standard-Werkzeug für effiziente, inkrementelle Dateiübertragung; rsnapshot baut darauf rotierende, platzsparende Snapshot-Backups mit Hardlinks auf.
- GPL, Standard-Werkzeuge
- Delta-Übertragung (rsync)
- Rotierende Snapshots (rsnapshot)
- Hardlinks: platzsparend
- kein Client/Agent nötig
rsync ist das Standard-Werkzeug für effiziente Dateiübertragung: Sein Delta-Algorithmus überträgt nur die geänderten Teile einer Datei, typischerweise über SSH. rsnapshot setzt darauf auf und erzeugt rotierende, platzsparende Snapshot-Backups, bei denen unveränderte Dateien als Hardlinks geteilt werden.
Dieser Artikel erklärt den rsync-Delta-Algorithmus, das Hardlink-Snapshot-Konzept von rsnapshot, die Stärken (Einfachheit, browsebare Stände, kein Agent) und die Grenzen gegenüber modernen, verschlüsselten und deduplizierenden Backup-Tools.
1. rsync: Delta-Übertragung
rsync vergleicht Quelle und Ziel blockweise über Prüfsummen und überträgt nur die tatsächlich geänderten Teile, das macht inkrementelle Synchronisation sehr effizient. Als Transport dient meist SSH, womit die Übertragung verschlüsselt ist; rsync selbst verschlüsselt nicht. Es arbeitet auf Dateiebene und ist auf praktisch jedem Unix-System vorhanden.
2. rsnapshot: Hardlink-Snapshots
rsnapshot ist ein Perl-Wrapper um rsync, der rotierende Snapshots verwaltet (etwa stündlich, täglich, wöchentlich). Der Clou: Unveränderte Dateien werden nicht erneut kopiert, sondern als Hardlink aus dem vorherigen Snapshot eingebunden. So entsteht ein vollständiger, direkt durchsuchbarer Backup-Stand pro Intervall, der nur den Platz der tatsächlich geänderten Dateien zusätzlich belegt. Ferne Systeme werden per SSH gesichert, ohne dass dort ein Agent nötig ist.
Der Charme von rsnapshot ist die Abwesenheit von Magie: Jeder Snapshot ist ein ganz normaler Ordner, den man mit Standard-Werkzeugen durchsehen und wiederherstellen kann, ohne Spezialsoftware.
3. Grenzen
Die Einfachheit hat Grenzen: Es gibt keine inhaltsbasierte Deduplizierung (nur die Hardlink-Mechanik auf Dateiebene), keine Verschlüsselung der gesicherten Daten (nur der SSH-Transport ist verschlüsselt), kein Block-Level und damit keine Konsistenz für laufende Datenbanken ohne vorgelagerten Dump oder Snapshot. Eine Immutability-Funktion bringt rsnapshot nicht mit.
Für DB-Konsistenz vorgelagert sichern
rsync/rsnapshot sichern Dateien im Ist-Zustand. Für laufende Datenbanken ist vorher ein konsistenter Dump oder ein Dateisystem-Snapshot nötig, sonst wird ein inkonsistenter Zustand gesichert.
4. Abgrenzung zu modernen Backup-Tools
Wo clientseitige Verschlüsselung, echte inhaltsbasierte Deduplizierung und Objektspeicher als Ziel gebraucht werden, sind Kopia, Restic oder BorgBackup die passendere Wahl, sie adressieren Inhalte über Hashes und sparen so über Dateigrenzen hinweg Platz. rsync/rsnapshot bleiben stark, wenn Einfachheit, Transparenz und browsebare Stände im Vordergrund stehen.
5. Stärken und Grenzen
| Stärken | Grenzen |
|---|---|
| Einfach, transparent, browsebare Snapshots ohne Spezialsoftware | Keine inhaltsbasierte Deduplizierung, kein Block-Level |
| Effiziente Delta-Übertragung, kein Agent auf dem Quellsystem | Keine Verschlüsselung der Daten at rest (nur SSH-Transport) |
| Auf jedem Unix vorhanden, bewährt und robust | Keine Immutability; DB-Konsistenz nur mit vorgelagertem Dump |
Häufige Fragen zu rsync & rsnapshot
Die Übertragung ist über SSH verschlüsselt, die gesicherten Daten auf dem Ziel jedoch nicht. Wer Verschlüsselung der Backups selbst braucht, nutzt ein Tool mit clientseitiger Verschlüsselung wie Kopia, Restic oder BorgBackup oder verschlüsselt das Zieldateisystem.
Über Hardlinks: Unveränderte Dateien werden zwischen den Snapshots geteilt statt kopiert. Jeder Snapshot sieht aus wie eine vollständige Sicherung, belegt aber nur den Platz der seit dem letzten Stand geänderten Dateien.
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Der nächste Schritt
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