Virtualisierung

Proxmox Datacenter Manager

Proxmox Datacenter Manager bündelt die Verwaltung mehrerer Proxmox-VE-Umgebungen und Proxmox Backup Server in einer zentralen Oberfläche.

  • Mehrere Standorte
  • VE und Backup Server
  • Rollen und Rechte
  • AGPLv3
Von Andreas Huser, Technische Beratung & Architektur Aktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Ein Unternehmen betreibt beispielsweise einen Proxmox-VE-Cluster am Hauptsitz, einzelne Virtualisierungshosts in Außenstellen und getrennte Backup Server. Proxmox Datacenter Manager (PDM) führt deren Ressourcen und Aufgaben in einer gemeinsamen Ansicht zusammen. Die Systeme bleiben eigenständige Verwaltungs- und Ausfalldomänen.

Für die Einführung sind vor allem die Rechte der angebundenen Konten und die unterstützten Operationen entscheidend. Eine zentrale Oberfläche verbindet noch keine Speicherpools und macht aus getrennten Standorten keinen gemeinsamen Hochverfügbarkeitscluster.

1. Remotes: bestehende Systeme zentral anbinden

PDM läuft als eigener Dienst auf Debian und spricht die Programmierschnittstellen der verwalteten Systeme an. Ein Remote kann ein Proxmox-VE-Einzelhost, ein VE-Cluster oder ein Proxmox Backup Server sein. PDM sammelt Inventar, Auslastungswerte und Aufgabeninformationen, damit sich Ressourcen über mehrere Umgebungen hinweg finden lassen.

Die eigentlichen virtuellen Maschinen (VMs), Container und Datenspeicher bleiben auf den jeweiligen Hosts. Fällt PDM aus, bedeutet das allein keinen Ausfall dieser Gäste. Zentrale Übersicht und von PDM ausgehende Bedienung stehen dann allerdings nicht zur Verfügung. Einen direkten administrativen Zugang zu jedem Remote sollte das Betriebsteam deshalb behalten.

EbeneVerantwortung
PDMÜbergreifendes Inventar, Auswertung und unterstützte Verwaltungsaktionen
Proxmox VELokale Gäste, Cluster, Speicher und Hochverfügbarkeit
Proxmox Backup ServerBackup-Datastores und deren Sicherungs- und Prüfaufgaben

2. Was sich standortübergreifend verwalten lässt

Zur dokumentierten Verwaltung gehören das Starten, Stoppen und Neustarten von Gästen sowie Migrationen, auch zwischen unabhängigen VE-Clustern. Last- und Bestandsübersichten helfen beispielsweise, freie Kapazität für ein Wartungsfenster zu finden. Die Vollständigkeit einer Übersicht hängt davon ab, welche Remotes erreichbar sind und welche Rechte PDM dort besitzt.

Vor einer Migration müssen Quell- und Zielsystem tatsächlich zusammenpassen: CPU-Eigenschaften, Proxmox-Versionen, Speicherzuordnung, Netzbrücken und Gastgeräte bestimmen, ob und wie ein Umzug möglich ist. Ein durchgereichter Hardwareadapter oder lokal gebundene Ressourcen können einen anderen Ablauf verlangen. Die zentrale Auslösung ersetzt diese technischen Voraussetzungen nicht.

Migration ist kein automatischer Notbetrieb

Eine geplante Migration zwischen Clustern ist von einem automatischen Neustart nach Host- oder Standortausfall zu unterscheiden. Für Wiederanlauf und Datenverfügbarkeit bleiben Cluster-, Speicher- und Backup-Konzept maßgeblich.

3. Zwei Berechtigungsebenen bewusst begrenzen

PDM verwendet rollen- und pfadbasierte Zugriffsregeln. Rollen werden Benutzern, Gruppen oder API-Tokens für bestimmte Objekte zugewiesen. So kann ein Team nur die benötigten Ressourcen und Aktionen erhalten. Vererbte Rechte sind dabei ebenso zu prüfen wie gezielte Freigaben für einzelne Pfade.

Zusätzlich benötigt PDM Zugangsdaten auf jedem Remote. Ein eingeschränktes Konto für die Übersicht ist etwas anderes als ein Token, mit dem Gäste geändert oder migriert werden dürfen. Beide Ebenen gemeinsam testen: Was darf die Person in PDM auslösen, und was darf das hinterlegte Konto auf dem Zielsystem tatsächlich tun? Tokens getrennt vergeben, geschützt sichern und bei Personal- oder Systemwechseln widerrufen.

4. Erreichbarkeit, Zertifikate und Ausfälle

PDM muss die Verwaltungs-APIs seiner Remotes erreichen können. Proxmox empfiehlt für abgeschottete Standorte einen geeigneten Tunnel, anstatt die Managementschnittstellen öffentlich freizugeben. Reverse Proxies zwischen PDM und VE-Remotes sind nach der geprüften Herstellerangabe nicht unterstützt. DNS, Firewallregeln und IPv4-/IPv6-Erreichbarkeit gehören deshalb in die Planung.

Bei selbst signierten Zertifikaten kann PDM den beim Anlegen akzeptierten Fingerabdruck festhalten. Den Fingerabdruck über einen vertrauenswürdigen Weg vergleichen und Zertifikatswechsel bewusst durchführen. Eine Zertifikatswarnung ist kein sinnvoller Anlass, die Prüfung dauerhaft abzuschalten.

Konfiguration, Remote-Zugangsdaten und Wiederherstellungsweg gehören ins Backup. Monitoring sollte getrennt erkennen, ob PDM selbst, ein einzelner Remote oder nur die Verbindung zwischen beiden gestört ist. Ein veralteter Messwert darf im Betrieb nicht mit einer aktuellen Zustandsmeldung verwechselt werden.

5. Systemvoraussetzungen, Updates und Subscriptions

Die geprüfte Dokumentation trägt den Stand 1.1.7. Für die 1.1-Reihe nennt Proxmox mindestens VE 8.4 beziehungsweise Backup Server 3.4 als Remote-Versionen. Das ist eine technische Untergrenze und keine Empfehlung, abgekündigte Installationen weiterzubetreiben. Unterstützte Releases und aktuelle Patches vor der Einführung abgleichen.

PDM steht unter der GNU Affero General Public License Version 3 (AGPLv3). Eine eigene PDM-Subscription wird laut FAQ nicht separat angeboten. Der Zugang zum Enterprise-Repository setzt im geprüften Stand voraus, dass mindestens 80 Prozent der konfigurierten Remote-Knoten eine gültige Basic- oder höhere Subscription besitzen. Die genaue Berechtigung und den Supportumfang anhand des aktuellen Vertrags und der Hersteller-FAQ prüfen.

Updates zunächst mit den angebundenen Remote-Versionen testen. Neben Anmeldung und Inventar sollten mindestens eine erlaubte und eine verweigerte Aktion geprüft werden. Eine gesicherte Konfiguration und ein dokumentierter Rückweg sind vor Änderungen am zentralen Verwaltungsdienst besonders wertvoll.

6. Wo die zusätzliche Verwaltungsebene hilft

Für ein kleines Unternehmen mit einem einzigen VE-Cluster genügt häufig dessen eigene Oberfläche. PDM wird interessanter, wenn mehrere Cluster, Außenstellen oder Backup Server regelmäßig getrennt geöffnet und kontrolliert werden müssen. Ein zentraler Bestand vereinfacht dann Kapazitätsplanung und Wartungsvorbereitung.

Eine Einführung lässt sich mit einem lesenden Remote-Zugang beginnen. Erst wenn Inventar, Alarme und Zuständigkeiten klar sind, folgen weitergehende Bedienrechte und Migrationstests. So entsteht ein nachvollziehbarer Betriebsablauf, ohne allen Beteiligten vorsorglich die stärksten Rechte zu geben.

7. Stärken und Grenzen

StärkenGrenzen
Gemeinsame Sicht auf mehrere VE- und PBS-UmgebungenKeine Zusammenführung unabhängiger Cluster zu einer HA-Domäne
Zentrale Bedienung unterstützter GastaktionenLokale Detailverwaltung bleibt erforderlich
Eigenbetrieb und offener QuellcodeManagementdienst, Zugangsdaten und Updates müssen selbst betreut werden
Migrationen über ClustergrenzenKompatibilität, Speicher und Netzwerk müssen zum Umzug passen

8. Quellen und Dokumentationsstand

Geprüft am 20. September 2026 anhand der PDM-Dokumentation 1.1.7 und der Herstellerangaben zu Version 1.1. Kein eigener Migrationstest.

Häufige Fragen zu Proxmox Datacenter Manager

Nein. PDM kann unabhängige Cluster und Einzelhosts als Remotes einbinden. Jeder Standort behält seine eigene Cluster- und Speicherstruktur.

Ein Ausfall des Verwaltungsdienstes allein stoppt die Gäste auf den Remotes nicht. Für die Bedienung bleibt ein direkter Zugang zu den jeweiligen VE- oder PBS-Systemen wichtig.

Auch der Autor ist nur ein Mensch, dem Fehler unterlaufen können. Wenn in diesem Beitrag etwas nicht stimmt oder unklar ist, freuen wir uns über einen kurzen Hinweis über das Kontaktformular unten, wir prüfen und korrigieren das.

Der nächste Schritt

Proxmox Datacenter Manager im eigenen Haus richtig einsetzen?

Wir klären, ob und wie der Baustein zu Ihrer Infrastruktur passt, und sagen offen, wann sich der Aufwand lohnt und wann nicht.

Erstgespräch vereinbaren oder Formular ausfüllen

Falls das Formular nicht lädt, erreichen Sie uns per E-Mail oder unter 07031 632020.